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Alfred Adler (7 фев 1870 — 28 мая 1937) Über den nervösen Charakter Wien 1912

Theoretischer Teil

III. Kapitel.

Die verstärkte Fiktion als leitende Idee in der Neurose.

Dieser nach aussen gewendete, ängstlich vorsichtige Blick des Neurotikers, zur Wahrung der leitenden Fiktion bestimmt, ist regelmässig auch von einer höheren Intensität der Selbstbeobachtung begleitet. Zuweilen ist in einer Situation psychischer Unsicherheit die personifizierte, vergöttlichte Leitidee als zweites Selbst, als innere Stimme analog dem Dämon des Sokrates warnend, anfeuernd, strafend, beschuldigend anzutreffen. Und was uns der Neurastheniker, der Hypochonder gar berichten, wie sie im eigenen Innern wühlen, wie scharf sie alle Akte ihres Lebens kontrollieren und begleiten, gilt für den Nervösen überhaupt. Die Selbstbeobachtung kann zur Abgrenzung des Kampfplatzes führen, indem sie sich der Ausserungen von Krankheitsfurcht bedient, wobei der Nervöse jederzeit in der Lage ist, den sichernden Rückzug anzutreten. Sie muss als wirksam gedacht werden, wenn die primitiven Sicherungen der Angst, der Scham, der Schüchternheit, die komplizierteren des Schamgefühles, des Gewissens, der nervösen Anfälle, die Ahnung einer Niederlage begleiten, um das Persönlichkeitsgefühl nicht unter das geforderte Niveau sinken zu lassen.

Tags: Адлер
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